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OFB Zeven

Autor: Hermann Brütt

dieses Ortsfamilienbuch umfasst 2617 Familien

und wurde zuletzt am 22. 08. 2014 aktualisiert


Ortsfamilienbuch Zeven

Gutes tu rein aus des Guten Liebe.
Das überlief’re deinem Blut,
und wenn’s den Kindern nicht verbliebe,
den Enkeln kommt es doch zu gut.
(Goethe)

ZEVEN ist eine uralte Siedlung am Meede-Übergang und Knotenpunkt alter Heer- und Handelswege. Sie bestand ursprünglich aus zwei wahrscheinlich nur kleinen Orten:

KIVANAN A und HORNE

Kivinan a, später Sciuena, Cyuena, Scevena, Tzevena u. ä. wird bereits im 10. Jahrhundert erwähnt. Jedoch haben zahlreiche Bodenfunde im Gebiet der Stadt und Samtgemeinde Zeven sowie auch mehr als 30 stein- und bronzezeitliche Hügelgräber deutlich erkennen lassen, dass die Besiedlung weit zurück bis in die Vorgeschichte reicht. Der Name kann mit dem altnordischen kifa= streiten (mittelniederd. Kiven) zusammenhängen und Streit- oder Haderaue bedeuten. Nach Urkunden von 971 und 986 erhält das Kloster Heeslingen im 10. Jahrhundert den Zehnten in Kivinan a.
G. Meyer (Geschichte des Klosters Heeslingen-Zeven) und andere vermuten zwar, dass Kivinan a anfänglich nur ein Wald war; die Zehntabgabe weist jedoch auf einen Ort oder zumindest auf einen Hof hin.

1141 wird durch Erzbischof Adalbero von Hamburg-Bremen auf Ansuchen des Probstes Luidmund mit dem Einverständnis der Äbtissin Hedwig das Kloster Heeslingen vom Marktort Heeslingen in den stillen Waldort Scivena, damals auch Nova Heslenga=Neu Heeslingen genannt, verlegt. Das Kloster wurde mit umfänglich aus Feldsteinen errichteten Gebäuden, wovon nur noch ein Flügel erhalten ist, ausgestattet.
1150 wird dort auch die noch vorhandene Kirche erbaut. (1950 die 800-Jahrfeier)

1158 wird Zeven (Cyuena) in einer Urkunde Kaiser Friedrichs I. (Barbarossa) über den Besitz der Klöster des Erzstiftes Hamburg-Bremen erwähnt.

1231 findet die feierliche Überführung der Gebeine des heiligen Vitus (eines christlichen Märtyrers des 4. Jahrhunderts) von Kloster Corvay nach Zeven statt. Zeven wird danach ein viel besuchter Wallfahrtsort.

Das Kloster erwirbt durch Schenkungen und Kauf umfänglichen Grundbesitz und Einkünfte im Erzbistum Bremen, in den Bistümer Verden und Minden, Braunschweig, Mecklenburg, Lüneburg und den freien Städten Bremen und Lübeck.
Die Nonnen des Klosters entstammten heimischen Adels- und Bürgerfamilien: von Osten, von Issendorf, von Otterstedt, von Honhorst, von Dincklage, von Hodenberg, von Damme, Rüter, Spade, Papen, Hemeling, Tönnies, Meibom, Grimmeke, Hesse und andere.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kloster mehrmals durch Plünderungen schwer heimgesucht, insbesondere 1499 durch die berüchtigte „Schwarze Garde“, wobei auch der Ort größtenteils zerstört wurde.

Auch im Dreißigjährigen Krieg hatte Zeven schwer zu leiden, blieb jedoch vor größeren Zerstörungen bewahrt. Am Ende des Krieges hob die schwedische Regierung, die unser Land übernahm, das Kloster auf und Königin Christine von Schweden, die Zeven mit einem Besuch beehrte, belehnte den Grafen Douglas mit dem neu gebildeten Klosteramt.

1648 zählte Zeven (außer den Klosterinsassen) 52 Familien (etwa 200 Einwohner). Davon waren 32 Zinsbauernfamilien des Klosters gewesen. Überliefert sind folgende Namen: Johann Wolberg, Lorenz Trochelmann, Hinrich Brütt, mein direkter Vorfahre, Jacob Schlüsing, Jacob Wolberg, Melchior Peper, Jacob Postels, Johann Peper, Klaus Postels, Johann Warnken, Jost von Horn, Klaus Jürgens, Hinrich Bosselmann, Hans Brunkhorst, Johann Postels und Tipke Wichern.

1689 wird Zeven Sitz einer Königl. Amtsverwaltung, der die Börden Heeslingen-Zeven, 1728 Elsdorf, Selsingen und Sittensen und später Gyhum, Rhade und Wilstedt unterstellt werden.

1699 besteht Zeven aus drei Vollhöfen, zwei Dreiviertelhöfen, sechs Halbhöfen, einem Drittelhof, 12 Pflugkaten und 31 Brinksitzern, die alle der Königl. Kammer gehören.

1757, nach der Schlacht bei Halstenbeck, bezieht der französische General, Herzog von Richelieu, in Zeven Quartier. Am 26. Juli 1757 wird dort unter dem „Pingelbaum“ die bekannte „Konvention zu Kloster Zeven“ abgeschlossen.

1810 stattet König Jerome von Westfalen (ein Bruder Napoleons I.) auf einer Rundfahrt durch seinen Herrschaftsbereich, wozu auch unser Land gehörte, auch Zeven einen Besuch ab. Im selben Jahr wird Zeven durch eine Feuersbrunst schwer betroffen. 51 Wohn- und Geschäftshäuser und 27 Scheunen werden zerstört.

1848 hat Zeven 159 Wohngebäude und 1150 Einwohner, 1871 dann 204 Wohngebäude und 1306 Einwohner.

Unvergessen ist der Besuch des letzten Königs von Hannover, Georg V. in Zeven (1865)

1929 wird Zeven zur Stadt erhoben

Die Kirche St. Vitus in Zeven – wie erwähnt – erbaut 1150, ist eine aus Feldsteinen errichtete Kreuz-Kirche mit oben rundem Turm und runder Apsis. Sie gehört zu den schönsten romanischen Bauten Nordwestdeutschlands und birgt noch manchen Kunst- und Altertumsgegenstand: eine Klinghesche Taufe aus Bronze mit reicher Ornamentik von 1469 (gestiftet von Probst Lüder Bramstede), ein vergoldetes Taufbecken von 1642, eine Taufschale von 1652, einen Kelch von 1652, einen Kronleuchter von 1660, eine Hostiendose von 1678, ein Lesepult mit Kerbschnittverzierungen aus dem 17. Jahrhundert, ferner ein St. Vitus-Bild, alte Grabplatten, darunter eine von 1397, und anderes mehr.

Das Königin-Christinen-Haus wurde wahrscheinlich in der Zeit von 1580 bis 1600 erbaut. Es ist ein Fachwerkbau mit vorkragendem Geschoß. Der Name erinnert an den Besuch der Königin Christine von Schweden in Zeven.

In der Neuzeit hat sich Zeven dann zu einem wahren Kleinod einer Stadt gemausert.






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