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OFB Grunbach

Autor Hermann Kull

dieses Ortsfamilienbuch umfasst 7569 Familien

und wurde zuletzt am 02. 02. 2017 aktualisiert


Vorwort


Vorwort

Der im alten Herzogtum / Königreich Württemberg zum Oberamt Schorndorf gehörende Ort Grunbach im Remstal ist mit seiner Filial Osterhof seit 1974 Teilort der Gemeinde Remshalden im Landkreis Rems-Murr, Baden-Württemberg. Der alte Ortskern liegt am Nordhang des Remstales an dem namensgebenden Gruonbach. Die Namensendung ..bach lässt eine Gründung im 8.Jhdt. zur Zeit der so genannten Westfränkischen Kolonisation und eine erste Kapelle am Standort der heutigen St. Dionysiuskirche vermuten. Der Namen dieses Kirchenpatrons und die Verbindung zum fränkischen Kloster St. Denis bestärkt diese Annahme.

Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet sich in einem Stiftungsdokument zur Erneuerung des Klosters Hirsau aus dem Jahr 1071, das Bobo de Gruonbach, ein Mitglied des niederen örtlichen Dorfadels, als Zeuge mit unterzeichnete. Durch den vor allem durch die Klöster Backnang, Lorch und Heidenheim am Hahnenkamm (Markgrafschaft Ansbach) seit fast 1.000 Jahren geförderten Weinbau war der Ort recht wohlhabend. Vermutlich im 11. Jhdt. wurde an Stelle der ersten Kapelle eine Kirche mit einem Steinturm innerhalb noch heute bestehenden massiven Wehrmauern erbaut. Für die Jahre 1238 und 1273 ist auch ein Decanus de Grunbach in der nördlichsten Pfarrei des Bistums Konstanz nachgewiesen. Im späten 15. Jhdt. (1484 steht über der südlichen Eingangstüre des Langhauses) wurde dann die heutige Dionysiuskirche mit dem schönen gotischem Chor errichtet. Das heutige Erscheinungsbild erhielt die Kirche bei der Generalsanierung von 1863.

Im Laufe der Reformation ab 1534 wurden sämtliche Altäre und Heiligenbilder der alten Schutzpatrone St. Veranus, St. Vicentius und St. Dionysius entfernt, so dass heute nur ein Romanischer Taufstein, ein Grabdenkmal für den Priester Johannes Lyns (+ 1517) und Reste einer Wandmalerei an die vorreformatorische Zeit erinnern.

Nach der von Herzog Christoph von Württemberg (1515-1568) neu verordneten „Großen Kirchenordnung“ waren die Pfarrer verpflichtet alle Taufen, Heiraten und Beerdigungen in ein Buch einzuschreiben. Am 25.Juli 1637, nach den katastrophalen Zerstörungen des Ortes im 30jährigen Krieges, fasste Pfarrer Jeremias Heinrich die noch erhaltenen Dokumente zum heutigen KB-Mischbuch Band 1 zusammen und verweist dazu im Vorwort auf die unvollständigen und nur teilweise mit exaktem Datum versehenen Eintragungen in das Taufregister während der 3 Jahre zwischen 1578 und 1581. Erhalten sind auch die Eintragungen der Heiraten ab 1586, wogegen die Totenbücher erst 1637 im KB-Band 2 beginnen: Prima Pars: Tauffbuch: In diesem ersten Teil sind begriffen die von meinen Herren Antecessoribus (Vorgänger) getaufften Kinder, soviel derselben nach Antritt meines alhiesigen Ministerii noch zu finden waren, dieweil aber viel davon zerrissen und verschlaifft, auch in Einschreibung derselben ein schlechte Ordnung bisweilen observiert, indem an unterschiedlichen Orten Leichen und der getaufften Kinder miteinvermischt worden also hat gleichwohl solches zu corrigieren und zusammenzubinden, an statt dessen aber ein neu Tauff, Ehe, Leich und Communicantenbuch von dem Heiligen allhie zu erkauffen mich für gut angesehen. (das spätere Mischbuch KB-Band 2)

Der Band 1, die Sammlung aus den Trümmern der Verwüstung von 1634, beginnt 1558 mit der Eintragung des damaligen Ortspfarrer Christoph Sax: Jacob Beder und Anna haben im ehelichen Stand ein Kind erzeugt und taufen lassen und heißt das Kind Maria und sein gefatter Anna Schechin ... den 26. tag may [1558]


Nach der Überlieferung wurden die Grunbacher Kirchenbücher in der, mit einer eisenbeschlagenen spätgotischen Türe gesicherten Sakristei im untersten Stock des Kirchturmes aufbewahrt und sind ab 1637 auch vollständig und im Original erhalten. Diesen genealogischen Schatz wollen wir ihnen im nachfolgenden Ortsfamilienbuch erschließen.

Bernd Söltner (1929 – 2008) begann bereits in den 1990iger Jahren auf dem Pfarramt mit der Abschrift der damals noch dort verwahrten Kirchenbücher und Erfassung mit einem PC. Dazu konfigurierte er eine Datenbank unter dem Betriebssystem DOS deren Daten später leider nur unvollständig konvertiert werden konnten. Da er sein Ziel eines Ortsfamilienbuches leider nicht vollenden konnte übernahmen im Juni 2011 Uwe Riegel sowie Hermann und Rosemarie Kull diese Aufgabe.

Über nahezu 5 Jahre haben wir die 4.800 Seiten der insgesamt 14 verfilmten und in der Zwischenzeit digitalisierten Kirchenbücher des Landeskirchlichen Archivs Stuttgart, die auf 3 DVD`s mit annähernd 2.500 Bildern gespeichert sind, komplett gelesen. Die Ergebnisse wurden in eine professionell programmierte Genealogie-Datenbank „Gen-Pluswin“ eingetragen. Darin enthalten sind heute die Geburts-, Tauf-, Konfirmation-, Heirats- und Sterbedaten, sowie die jeweiligen Taufpaten von über 24.600 einstmals in Grunbach lebenden Personen zwischen den Jahren 1558 und 1920.

Die von den Ortspfarrern angelegten und handschriftlich geführten Kirchenbücher waren bis zur Einführung der staatlichen Standesämter nach 1875 die einzigen amtlichen Personenregister und dienten zusätzlich noch als Melderegister und der Erfassung von Steuer- und Militärdienstpflichtigen. Im Kirchenbuch wurden sämtliche Ereignisse der evangelischen (ev) und auch der katholischen Bürger (rk) vermerkt. Eine Grunbacher Besonderheit waren seit etwa 1840 die Anhänger der Neukirchlichen Gemeinschaft (NK), auch die „Nazarener“1 genannt. Obwohl die Sektenmitglieder aus der Amtskirche ausgetreten bzw. ausgeschlossen wurden, sind auch ihre Lebensdaten vermerkt.

Erst mit Einführung der Zivilehe und der standesamtlichen Register verloren die KB im 20.Jhdt ihre Bedeutung. Die heute im Landeskirchlichen Archiv der Ev. Kirche in Stuttgart Möhringen2 sicher verwahrten Urkunden wurden auf Mikrofilm gesichert und sind damit jedem Interessierten frei zugänglich3.

Bei der Erstellung dieses Ortsfamilienbuches (OFB) haben wir für die Personennamen überwiegend die heute gebräuchliche Schreibweise benützt. Die Pfarrer, insbesondere zu Beginn der Aufzeichnungen, notierten die Namen meist phonetisch ohne die uns heute so selbstverständlich erscheinenden Schreibregeln. Dazu muss man auch bedenken, dass die Ausbildung der Familiennamen am Ende des Mittelealters noch nicht vollständig abgeschlossen war. So entwickelte sich z.B. der Familienname RAITHLE über Raithlin aus Röttlin – Rötle. Auch den Namen BURKARTSMAIER gibt es als Burkhardtsmayer, Burkartmeier usw. oder MAIER als Mayer – Majer - Meyer.

Auffällig ist in Grunbach der Familiennamen ILLG, abgeleitet von Gilg – Gulg – Yilg. Wir haben alle Familien dieses Namens bis zum 19. Jhdt. nur mit einem L geschrieben. Nach Einführung der Standesämter durften die Familiennamen jedoch nicht mehr willkürlich notiert werden. Dadurch sind gerade hier in Grunbach, vermutlich rein zufällig, die 2 Schreibweisen ILG und ILLG entstanden.

Auch bei den Vornamen gibt es viele Varianten. GEORG wurde oft als Georgius- Georgen -Jerg – Jörg- Jeorius, JOHANNES als Hans - Hannes und NIKOLAUS als Nicolay Claus - Clas notiert. Das größte Problem war und ist jedoch für jede Transkription die Handschrift des jeweiligen Pfarrers. Es dauerte oft Stunden und Tage um sich in deren Eigenarten einzulesen und Veränderungen über die Jahrhunderte richtig zu verstehen.


Besonders schwierig waren dabei die ältesten Bücher von Band 1 bis 12 in denen Taufen, Heiraten, und Sterbedaten einzeln notiert waren und mühsam zu Familien zusammengeführt werden mussten. Erst ab 1808 wurde bei der Hochzeit auf einem vorgedruckten Formular ein Familienregister angelegt – KB Band 13 und 14 - in das dann die Kinder und deren weitere Ereignisdaten eingetragen wurden.

Zur Vervollständigung unseres OFB haben wir für die Zeitspanne nach 1875 mit der Einführung von Standesämtern bis 1920 zusätzlich deren Register aus dem Ortsarchiv in Remshalden-Grunbach ausgewertet.

Mit dem vorliegenden OFB kann nun jeder interessierte Familienforscher selbst die Querverbindungen zu unseren insgesamt 7 Heften zur Grunbacher Ortsgeschichte herstellen. 4 Darin sind im Anhang für jedes der ca. 200 Grunbacher Wohngebäude (mit Osterhof) die Eigentümer und ihrer Lebenszeit tabellarisch aufgelistet.

Trotz mehrfacher und sorgfältiger Korrektur sind im vorliegenden Werk sicherlich auch noch Fehler und unvollständige Angaben enthalten. Das Autorenteam bittet deshalb alle geneigten Leser um entsprechende Korrekturhinweise.

Remshalden Grunbach im Februar 2016




1 Remshaldener Ortsgeschichten: Hermann & Rosemarie Kull, Grunbachs historische Gebäude Band VI

2 Landeskirchliches Archiv Stuttgart: Findbuch für das Evangelisches Pfarrarchiv Grunbach, 2008

3 Landeskirchliches Archiv Stuttgart: Kirchenbuchdatenbank - Film Nr. KB 987; KB 988 & KB 989

4 Remshaldener Ortsgeschichten: Hermann & Rosemarie Kull, Grunbachs historische Gebäude Band I bis VII





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